Änderung oder Fehler melden

Sie möchten eine Aktualisierung für diese Seite melden oder haben einen Fehler entdeckt? Dann freuen wir uns über eine Nachricht von Ihnen:

  • im grünen Herzen Schleswig-Holsteins!
  • im grünen Herzen Schleswig-Holsteins!
  • im grünen Herzen Schleswig-Holsteins!

Neuzeit

1542 führte der dänische König Christian III. auf Basis der neuen Kirchenordnung von Johannes Bugenhagen die Reformation in Dänemark und Schleswig-Holstein ein, womit auch die Nortorfer Kirche protestantisch wurde. 1594 gilt als gesichertes Gründungsjahr der Bünzer Wassermühle. Vermutlich ist sie aber noch deutlich älter.

 

1626 griff Dänemark erstmals in die Kampfhandlungen des schon seit 1618 währenden Dreißigjährigen Krieges ein. Bis dahin waren Schleswig und Holstein noch verschont geblieben, wurde daran anschließend jedoch genau wie in allen der umliegenden Ländereien und Staaten gelitten. Beginnend mit Wallenstein in der Zeit 1627 - 1629, hatten die Bewohner der Aukrug-Dörfer unter den Pfändungen von Tieren und Vorräten sowie den langdauernden Einquartierungen der protestantischen Truppen zu leiden.

Ebenfalls von 1644 bis 1645 wird Rendsburg von schwedischen Truppen besetzt. Erst kurz zuvor, 1627 bis 1629, hatte die Stadt unter kaiserlich-deutscher Herrschaft gestanden. Ähnliches geschah in Itzehoe, das mehrfach mit Einquartierungen belegt und geplündert wurde, aber keine größeren baulichen Zerstörungen erlitt, da der Rat der Stadt bereits 1627 dem Feldherrn Wallenstein die Stadt kampflos übergeben hatte.

1713 fielen die Schweden, Sachsen und Russen in Holstein ein und Einquartierungen, Plünderungen und hohe Kriegssteuern ließen vermutlich auch die Aukruger völlig verelenden. Erst in der ausgedehnten Friedenszeit ab 1720 traf dann eine langsame Besserung für die Bewohner der Aukrug-Dörfer ein.

 

Während dieser "königlichen Zeit" wurde in den Jahren 1779 bis 1787 in Holstein die so genannte Verkoppelung, durchgeführt, im Rahmen derer vormals schlecht zu bewirtschaftende schmale Landstücke einzelner Bauern ausgetauscht und "verkoppelt" wurden, sodann mit Erdwällen ("Knicks") eingerahmt und begrenzt. In dieser Zeit entstand die für diese Region so typische Knicklandschaft. 1804 wurde nach einem Brand die Kate neu aufgebaut, in der sich heute das Volkskunde- und Freilichtmuseum Dat ole Hus befindet.


Ab 1810 kamen wieder schlechtere Zeiten für Aukrug. Der dänische König war seit 1807 mit dem große Teile Europas beherrschenden Napoleon Frankreichs verbündet, und nachdem dieser 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig besiegt worden war, drangen Truppen der siegreichen Schweden und Russen in die zum dänischen Gesamtstaat gehörigen Herzogtümer Schleswig und Holstein ein. Auch die Kirchspiele Nortorf und Hohenwestedt wurden 1813-14 von Kosaken heimgesucht, die u. a. die Nortorfer Kirche als Kriegsgefangenenlager benutzten. Den nachfolgenden Staatsbankrott Dänemarks bekam auch Schleswig-Holstein zu spüren, und erst ab etwa 1830 trat wieder eine wirtschaftliche Besserung für den Aukrug ein.

 

Um 1830 hielt der nationale Gedanke Einzug in Schleswig-Holstein, und 1848 erhoben sich die Schleswig-Holsteiner gegen die Herrschaft des dänischen Königs, mit der sie nahezu 400 Jahre zufrieden gewesen waren. Die Erhebung endete 1850 mit der Niederlage in der Schlacht bei Idstedt. Die Herzogtümer verblieben noch bis 1864 im dänischen Staatsverband.